Die restaurierten Kunstwerke von Kirche Santo Stefano in Serravalle Pistoiese
Wer von Florenz vom Meer auf die Autobahn zwischen Pistoia und Montecatini fährt, sieht den Glockenturm und die Türme von Serravalle unversehens vor sich.Zwischen der hellblau-grünen Farbe der Olivenbäume und den dunkelgrünen Zypressen und Eichen erscheint Serravalle im Gegensatz zu der chaotischen Autobahn als ein antikes, unerwartetes und daher beruhigendes Bild.Es ähnelt jenen Stadtmodellen, die die Schutzheiligen in den Polyptychen des Mittelalters in den Händen haben. Vielleicht haben die Autofahrer, die nach der Versilia eilen, oftmals die Neugier gefühlt, rechts abzubiegen, um so einen besonderen und bezaubernden Ort von nahem kennen zu lernen. Vielleicht haben sie sich wieder vorgenommen, früher oder später dort hin zu fahren und das Dorf in aller Ruhe zu besichtigen.
Jetzt hat der Autofahrer einen weiteren guten Grund, um sich den mehrmals verschobenen Halt zu gönnen. Den Grund bietet uns Frau Maria Cristina Masdea, die Hauptbeamtin meines Büros, die mit bewunderungswürdiger Geduld vier Kunstwerke der Kirche Santo Stefano geschickt restauriert hat und die dem Hochaltar der Kirche SS. Filippo e Giacomo in Castellina die wichtige Tafel von Alessio Gemignani zurückgegeben hat. Die "Pietà" von Sebastiano Vini; der Benedetto Buglioni zugeschriebene "San Ludovico da Tolosa",der "Heilige Ludwig aus Toulouse", dessen Zeichnung und Polychromie Dank der großen Geschicklichkeit der Experten der Florentiner Opificio delle Pietre Dure (Werkstatt für die Schmucksteine) wiederhergestellt worden sind, die Tafel pistoiesischen Ursprungs, im XVIII Jahrhundert verändert und wieder ausgelegt in der Art und Weise von Bernardino del Signoraccio, der vermutlich von Pietro Marchesine stammende dramatische "San Francesco stigmatizzato" (stigmatisiert) sowie die obengenannten Werk von Alessio Gemignani bilden zusammen Kunstwerke, die einen bedeutenden Beweis der künstlerischen Geschichte dieses Teils der Toskana, die traditionell dem Stil aus Pistoia, Lucca und Florenz geöffnet war.Maria Cristina Masdea hat also einen kleinen aber wertvollen Teil des umfangreichen Vermögens religiöser Kunst an den Tag gelegt, welcher zwischen den Hügeln und Tälern der Toskana zu entdecken ist.
Antonio Paolucci - Oberintendant für historisches, künstlerisches und antropologisches Vermögen von Florenz, Pistoia und Prato